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23. Oktober 2019

Dortmund ist „Meinwanderungsland“ - Interaktive Ausstellung wurde im Dietrich-Keuning Haus gezeigt - 28.10.2019

Kategorie: Planerladen, Integration

Dortmund ist wie viele andere Großstädte in Deutschland durch Migration geprägt. Seit Jahrhunderten wandern Menschen ein und aus. Deutschland ist unbestreitbar eine Migrationsgesellschaft geworden. Wie sehr Migration den Alltag unserer Gesellschaft prägt, zeigte auf Einladung des Jugendforum Nordstadt eine interaktive Ausstellung des Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland (DOMiD e.V.). Die Wanderausstellung machte am 28.10.2019 auf ihrer Tour durch alle Bundesländer Halt in Dortmund.

In mehreren Ausstellungskuben werden Lebenswege und gesellschaftliche Entwicklungen zu Themen wie Bildung, Arbeitsmigration, Flucht oder Rassismus nachgezeichnet. Neben Objekten und Fotografien können Audios angehört werden. Das „Virtuelle Migrationsmuseum“ enthält über 40 Interviews von Migrantinnen und Migranten sowie 1.000 digitalisierte Objekte aus der Sammlung des Vereins. Im Workshop-Zelt werden Meilensteine der deutschen Migrationsgeschichte gezeigt und es kann anhand von Alltagsgegenständen überlegt werden, was deren Migrationsbezug ist. An einer Multimedia-Station können die Besuchenden Videobotschaften hinterlassen und in den sozialen Netzwerken teilen. Am Abend von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr wurde der Workshop „Mit Objekten Lernen – Rassismus begreifen“ durchgeführt. Der Workshop verfolgt das Ziel, Jugendliche für das Thema Rassismus zu sensibilisieren.

Migration ist der Normal
Die Projektleiterin, Bebero Lehmann erklärt die Hintergründe: „Unser Ziel ist es zu zeigen, wie sehr Migration die Geschichte und den Alltag unserer Gesellschaft prägt. Und dies schon seit Jahrhunderten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eine eigene Migrationsgeschichte in der Familie gibt oder nicht. Die meisten sind aber überrascht, wie viele Facetten Migration in Deutschland hat: Wie die 30-jährige Sophie, deren Vater in den 1990ern aus den Niederlanden 30 Kilometer über die Grenze gerutscht ist. Und der 45-jährige Erdal, dessen Eltern in den 1970er Jahren als „Gastarbeiter“ aus der Türkei nach Deutschland kamen. Oder Brigitte, die 1945 als kleines Mädchen mit ihrer Mutter aus Ostpreußen ins Ruhrgebiet geflohen ist. Sie alle sind das #Meinwanderungsland.“

Zentrales Migrationsmuseum geplant
Unter dem Motto „Meinwanderungsland – Jede Geschichte zählt“ war das Projektteam 2019 für 92 Tage unterwegs und besuchte mit der mobilen Ausstellung 18 Städte in 16 Bundesländern. Bis September 2020 kommen nun weitere Städte hinzu. Hinter dem Projekt steckt das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD e.V.), das mit dem „Haus der Einwanderungsgesellschaft“ ein zentrales Migrationsmuseum in Deutschland etablieren möchte. Unser lokaler Kooperationspartner in Dortmund ist das Jugendforum Nordstadt. Das Jugendforum Nordstadt fördert das Engagement von Jugendlichen im Alter von 14 - 24 Jahren und fördert auf vielfältige Weise das Miteinander im Stadtteil. (https://www.jugendforum-nordstadt.de/)

Der Workshop sensibilisiert Schüler*innen und Jugendliche für das Thema „Rassismus“. Das Besondere an diesem Workshop stellt die Arbeit mit unterschiedlichen Quellen dar, unter anderem mit Fotos, Zeitzeug*innen-Interviews, Zeitungsartikeln sowie mit musealen Objekten aus der Sammlung von DOMiD. Auf diese Weise wird das Thema greifbar gemacht und Geschichte(n) lebensweltnah vermittelt. Es werden Perspektiven eröffnet, die gesamtgesellschaftlich bislang wenig eingenommen wurden.